Montag, 1. Oktober 2012

Leseglück: Die verborgene Sprache der Blumen



"Als seine Hände sich um die Enden der Stengel schlossen, 
berührten sich unsere Finger. Seine Haut hatte die Temperatur 
des frühmorgendlichen Novemberhimmels."


Inhalt

Victoria wächst ohne Eltern bei wechselnden Pflegefamilien und in Heimen in San Francisco auf. Sie hat nie gelernt zu lieben - weder sich selbst noch jemand anderen. Als die Winzerin Elizabeth das Mädchen bei sich aufnimmt, scheint Victoria zum ersten Mal einen Menschen gefunden zu haben, der sie bedingungslos annimmt - mit all ihren Ecken und Kanten. Von ihr lernt sie die geheimnisvolle Sprache der Blumen, die fortan ihr Leben verändern soll. Viele Jahre später, als sie volljährig ist, findet die wurzellose Victoria Anstellung in einem Blumenladen und kann dort das Gelernte anwenden. Für die Kunden fertigt sie "florale Botschaften", und ihre Gabe spricht sich schnell herum. Als sie Grant kennenlernt, der die Sprache der Blumen ebenfalls beherrscht, kann sie sich nicht entscheiden: Soll sie seine Liebe annehmen oder vor ihr davonlaufen?


"Der Strauß war so weiß wie eine Hochzeit und erzählte von Gebeten, 
der Wahrheit und einem in diesen Dingen unerfahrenen Herzen. 
Doch das würde keiner wissen."


Kurzrezension

"Die verborgene Sprache der Blumen" von Vanessa Diffenbaugh ist wie eine Rose (um bei der Sprache der Blumen zu bleiben) - wunderschön, aber gleichzeitig gespickt mit Dornen. Die Protagonistin wird als "stachelig wie eine Distel und zart wie eine Orchidee" beschrieben, was meiner Meinung nach sehr gut auf sie zutrifft. Der Leser begleitet sie abwechselnd auf zwei zeitlichen Ebenen, die gegen Ende des Buches miteinander verwoben werden. Stück für Stück setzt sich Victorias vielschichtiger Charakter wie ein Puzzle zusammen und erschließt sich dem Leser ihr Handeln. Besonders gut gelungen ist der Autorin die "Zeichnung" der Gefühlswelten: Victoria ist innerlich zerrissen, unnahbar und verletzlich. Mal möchte man sie in den Arm nehmen und trösten, mal "an die Wand klatschen" für die Art und Weise, wie sie mit den Menschen umspringt, die ihr Vertrauen, Liebe und Zuneigung entgegenbringen wollen. Victoria vermag es, andere durch ihre Gabe glücklich zu machen - sie selbst lässt das Glück in ihrem Leben hingegen nicht zu, obwohl sie sich im Grunde ihres Herzens so sehr danach sehnt. Diese Tragik zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Ebenfalls allgegenwärtig ist die Sprache der Blumen, durch die Victoria ihre Gefühle ausdrückt. Diese verleiht dem Buch eine leise Poesie, der ich mich nicht entziehen konnte und die mich nachträglich beeindruckt hat. Am Ende des Buches gibt es als schönen Bonus ein kleines Lexikon über die "Sprache der Blumen". So habe ich unter anderem erfahren, wofür meine Lieblingsblume steht: Die orangefarbene Rose bedeutet "Faszination".


Fazit

Dieses Buch geht unter die Haut und ans Herz. 
Berührend, tieftraurig und sehr intensiv. 
Ich kenne keine vergleichbare Geschichte.

Kommentare:

  1. Danke für diese tolle Einführung von diesem Buch .. werde ich mir merken!

    Lieben Gruss Elke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Gerne. Vielleicht gefällt es dir ja.
      Liebe Grüße
      Daniela

      Löschen

Ich freue mich über jedes liebe Wort und natürlich konstruktive Kritik von dir. Schön, dass du mich hier besuchst. :)